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02.09.2024 Lumbarda - Rimini

30. März 2025

Im September bis Istrien und zurück nach Italien

Am 2. September starteten wir von unserem Lieblingsankerplatz Lumbarda, etwas südlich von Korcula über Loviste, Rudina, Rogoznica, Biograd, Rab Novi Vinodolski und Pula wieder quer zurück über die Adria nach Rimini in Italien. Bei unserem Zwischenhalt in Rudina auf Hvar ging es am 5. September schon nicht gut los. Wir klapperten sechs Buchten ab, wo jeweils entweder der Anker beim Einfahren nicht hielt oder zu wenig Platz zum Schwoien war. Schließlich fanden wir bei Rudina doch eine schöne Bucht, in der wir in fast 20 Meter Tiefe den Anker warfen und mit zwei Landleinen am Heck an Bäumen an Land fest machten. Mitten in der Nacht brach jedoch um 1:00 Uhr die Hölle los. Wir fanden uns in einem so heftigen Gewittersturm wieder, dass ich größte Bedenken hatte, der Anker würde nicht halten und den Motor startete, um in die Landleinen einzudampfen. Der Wind im Gewitter traf uns mit voller Wucht von Steuerbord mit über 40 Knoten. Außer wenn es blitzte war nichts zu sehen und es regnete dermaßen stark, dass trotz sehr großer Abflüsse im Cockpit dort 10 cm hoch das Wasser stand. Der Anker hielt, jedoch wurde bei der Aktion offensichtlich die Landleine an Steuerbord in die Schraube gezogen und riss anschließend entzwei. Da wir nun nur noch am Anker und der Backbordleine hingen, wurde für die 14 mm starke Backbordleine auch die Last zu groß und sie riss ebenfalls direkt an der Klampe ab. Der Druck war so hoch, dass ich am nächsten Morgen die kompletten 30 Meter Leine an Land wiederfand. Nachdem wir von keiner Leine mehr quer zum Wind gehalten wurden, schwenkte das Boot in den Wind und zum Glück vom Land weg, wo wir auch ausreichend Platz hatten. Um auf Nummer sicher zu gehen, ließ ich noch weitere ca. 60 Meter Ankerkette raus. Nach einer Stunde war der ganze Spuk so plötzlich wieder vorbei, wie er gekommen war. Am folgenden Morgen konnten wir das ganze Ausmaß der Schäden um uns herum sehen. Zwei Boote waren gesunken, wie Georgia an ihrer Gassigeh-Runde am Morgen sehen konnte. Der Katamaran neben uns hatte zwar seine Landleinen noch aber Dinghy und Polster hatte es verweht. Wir holten unsere Ankerkette ein und legten an einer Boje an, die von einem abfahrenden Boot freigegeben wurde. Dieses hatte an der Boje das Unwetter gut überstanden. Dabei bemerkten wir mal wieder ungewöhnliche Vibrationen am Propeller, die der Verwicklung der Landleine geschuldet waren. Ich konnte den Propeller freimachen und auch die Reste der Landleinen einsammeln. Danach gab es erst einmal ein Nickerchen zum Ausruhen und leckeren Fisch in der Konoba zu der die Bojen gehörten.

Über weitere ereignislose Hafenaufenthalte ab 8. September in Rogoznica, 11. September in Biograd und 12. in Simuni ging es am 16. weiter nach Rab. Dort war das einschneidendste Erlebnis, dass direkt am Steg schräg gegenüber, ein Segler von einem Charterkatamaran mit österreichischer Besatzung bei Ankunft zusammenbrach. Die Rettungskräfte waren innerhalb von 5 Minuten vor Ort und wie sich im Nachgang herausstellte, hatte der Mann einen Herzinfarkt und wurde von Rab mit dem Helikopter nach Rijeka zur Intensivversorgung geflogen. Dort versetzte man ihn ins künstliche Koma, bis zur weiteren Stabilisierung. Mehr konnten wir nicht in Erfahrung bringen und seine Mitsegler verließen auch am darauffolgenden Tag den Hafen wieder. Wir hoffen, er hat alles gut überstanden.  

Am 20. September ging es für uns weiter nach Novi Vinodolski, wo wir mit unserem Klimaanlagenlieferanten verabredet waren. Der Anlegeversuch am uns zugedachten Liegeplatz scheiterte aufgrund von Starkwind kläglich und wir landeten ohne Schaden bei uns oder anderen Booten am gegenüber liegenden Kai, wo wir dann auch bleiben konnten.

Ich baute den Zweitkühlschrank aus, damit der Zugang zur Klimaanlage einfacher möglich war. Wir tauschten unsere funktionsfähige 8000 BTU Anlage gegen eine 13000 BTU Anlage, die bei fast identischen Außenmaßen eine deutlich höhere Leistungsabgabe versprach. Wir hatten im Hochsommer mit unserer kleineren Anlage zwar das Schlafzimmer hinreichend kühl bekommen, aber im Decksaloon waren trotz Kühlung teilweise die 36 Grad Celsius nicht zu unterschreiten. Die neue Anlage arbeitet auch schon mit dem neuen Kühlgas und hat zu meiner großen Freude nur 100 Watt mehr Leistungsaufnahme als die alte Anlage bei Kühlbetrieb.

Nach erfolgreicher Montage und Rückbau des Kühlschranks an seinen ursprünglichen Platz ging es über Cres weiter nach Pula. Von dort überquerten wir dann am 29. September die Adria zurück nach Italien und fanden einen Liegeplatz in Rimini, nachdem in Cattolica kein Kontakt zu den Hafenbetreibern zustande kam und auch kein Liegeplatz zu finden war. Immerhin konnten wir kurz am Stadtkai in der Flußmündung festmachen, so dass zumindest unser Hund Catie nach der 12-stündigen Überfahrt kurz seine Geschäfte erledigen konnte. Nach knapp zwei weiteren Stunden machten wir dann kaputt und froh in Rimini fest. Wie es im Oktober weiterging, erfahrt ihr wie immer im nächsten Blog 😊.

Nachdem wir die dritte Nacht mit Landleinen vor Anker vor einem alten U-Boot Bunker verbracht hatten, ging es am 21. Juli zu einer Ankerbucht namens Lumbarda vor Korcula. Hier gefiel es uns ausgesprochen gut und wir hatten direkt mit dem Dinghy Zugang zu einer sehr guten Konoba. Diese haben wir auch reichlich genutzt. Am 26. Juli ging es wieder Anker auf und ein kleines Stück weiter nach Polace auf der Insel Mljet. Hier durften wir gegen eine Nationalparkgebühr von 90€ zwei Nächte Ankern. Sehr schön und super geschützt in alle Windrichtungen, aber dennoch unglaublich wofür die Kroaten überall Geld verlangen. Wenn man dann den Nationalpark an Land bewandern möchten, muss man weitere 22,5€ pro Person und Tag bezahlen. Wir sind morgens um 5 Uhr los und waren um 8:30 Uhr schon wieder zurück an Bord. Von Polace ging es nach Okuklje auf der Insel Mljet, wo wir direkt vor der Konoba Maran anlegten. Hier konnten wir mit Wasser und Strom kostenlos versorgt liegen, wenn wir einen Tisch für das Abendessen oder Mittagessen reservieren. Dieses Konzept gefällt uns deutlich besser als die überhöhten Nationalparkgebühren zum Ankern. So lagen wir sicher, geschützt und bestens versorgt direkt an der Konoba. Den letzten Tag im Juli segelten wir 9 Seemeilen weiter nach Sipanska Luka, wo wir um 14:00 Uhr den Anker fallen ließen. Wie es dann weiterging, erfahrt ihr wie immer im nächsten Blog 😊

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