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03.08.2024 Sipanska Luka und Südkroatien

13. März 2025

Lokale Wetterphänomene in Südkroatien im August

In Sipanska Luka angekommen ankerten wir für drei Nächte. Vor der dritten Nacht, machte 10 Meter vor unserem Ankerball ein 20 m langes Motorboot quer vor Anker mit zwei Landleinen fest und lag somit quer vor unserem Bug. Darauf angesprochen, dass dies wohl nicht ganz so optimal sei, bekamen wir von dem Kroaten zur Antwort: 1. Liege er immer an dieser Stelle, 2. Sollten wir uns nicht so haben, weil noch genug Platz sei und 3. Würde der Wind ja so bleiben wie er aktuell wäre und uns somit von ihm wegtreiben und wir uns nicht ins Gehege kommen. Da es sinnlos und unfair ist, sich in einen mentalen Kampf mit intellektuell unterlegenen Personen zu begeben, holten wir unseren Anker um und ankerten neu auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht. Dort war noch reichlich Platz rundherum und wir fühlten uns damit auch sichtlich wohler. Also fiel der Anker in sechs Meter tiefem Wasser und wir gaben knapp 40 Meter Kette, weil dort überall leider nur Untergrund mit Kraut vorhanden war.

Diese Entscheidung kam uns dann auch zugute, als wir nachts um 3 Uhr von unserem Ankeralarm geweckt wurden und in einem massiven Gewittersturm langsam, aber stetig in 180 Grad anderer Richtung als tagsüber auf die Stadt zugetrieben wurden. Um uns herum tobte das Chaos und ohne das Schiff zu verlegen, hätten wir längst am alten Ankerplatz auf dem Motorboot gehangen. So viel zu dem Punkt, dass die Windrichtung ja so bleiben würde. Pustekuchen!

In schwärzester Nacht, die nur durch gelegentliche Blitze erleuchtet wurde, warfen wir unseren Motor an und lichteten Anker. Dann steuerten wir ohne jegliche Sicht nur mit Hilfe von Flir Kamera und Radar gegen den Wind aus der langgezogenen Bucht heraus und versuchten parallel alles an Deck zu sichern, was nicht bereits verstaut war. Mit Hilfe der Echtzeit Blitzer Internetseite lightningmas.org und diverser Wetter Apps entschlossen wir uns nach der Bucht von Slano zu flüchten, wo wir morgens um 5:21 Uhr ankamen und bei nur noch geringem Wind in Ruhe den Anker fallen lassen konnten. Was für ein Erlebnis – kann man haben – muss man aber nicht!

Nach einer Nacht verließen wir Slano und legten in Zaton, quasi eine große Bucht weiter südlich, Richtung Dubrovnik an. Von dort ging es weiter zum Hotel Bozica, nur 5 Seemeilen weiter außerhalb, wo man ebenfalls gegen ein Essen sicher mit Strom und Wasser versorgt liegen kann. Wir hielten uns einige Zeit in der Gegend an unterschiedlichen sicheren Liegeplätzen auf, bevor wir am 9. August wieder nach Zaton segelten und ich dort allein mit Catie die nächsten zwei Wochen verbrachte. Georgia folg in der Zwischenzeit von Dubrovnik nach Deutschland, um einige Zeit mit Kindern, Enkeln und Freunden zu verbringen. Die Zeit in Zaton war recht spannend, da die Bucht an sich sehr gut gegen alle Windrichtungen geschützt ist. Allerdings gab es in den gut zwei Wochen, die ich dort verbracht habe, nur drei Nächte, in denen der Wind nicht über 20 Knoten stark war. Nachdem die Sonne untergegangen ist, kühlt die Luft in den umgebenen Gebirgen ab und generiert starke Fallwinde, die in der Bucht das Wasser über Nacht regelrecht zum Kochen bringen. Wenn ich dann früh morgens vor Sonnenaufgang meine Runde an der Bucht mit Catie drehte, konnte ich beobachten, wie draußen auf der Zufahrt nach Dubrovnik spiegelglattes Wasser war, währen ich die ganze Nacht gut durchgeschüttelt worden war. Egal – ich lag sicher und gut befestigt am Pier und hatte auch eine hervorragende Frischwasserversorgung. Leider gibt es dort keinen Stromanschluss, aber das war nur ein geringes Übel. Schließlich haben wir reichlich Solar und auch einen Generator für alle Fälle.

Nach Georgias Rückkehr besuchten wir Dubrovnik für zwei Nächte und segelten anschließend wieder zu unserer leckeren Konoba Marjan auf Mljet. Von dort ging es dann wieder in die Bucht Lumbarda zum Ankern kurz vor Korcula. Damit war dann der August auch schon seinem Ende und wie es im September weiterging, dass erfahrt ihr im nächsten Blog :-)

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